Hamburg, Washington, Brüssel, Berlin: In diesen vier Städten durfte ich in den vergangenen Jahren für DIE ZEIT arbeiten – mal für das Politikressort, mal für die Wirtschaft. Und genau das reizt mich immer noch: Geschichten schreiben, die zwischen den beiden Ressorts liegen. Erklären, wie politische Entscheidungen getroffen werden und wen sie treffen.
Das treibt mich an
Neugierde! Ich möchte verstehen, wie Politik funktioniert: Warum Entscheidungen fallen oder auch nicht. Wer sich in diesem hochkomplexen System durchsetzt, wer die Gewinner sind und wer die Verlierer. Wenn ich das auch noch so aufschreiben kann, dass sich meine Leser bei der Lektüre gut unterhalten fühlen – wunderbar!
Diesem Thema widme ich die meiste Zeit
Im vergangenen Jahr hat mich die Handelspolitik beschäftigt, Abkommen wie TTIP, Ceta, Tisa. Erst hat die unglaubliche Geheimniskrämerei meine Neugierde geweckt. Und dann wollte ich wissen, ob und wie man diese Politik besser und demokratischer gestalten kann.
Diese Recherche hat etwas verändert
Ein Dossier, das ich gemeinsam mit zwei wunderbaren Kollegen über Investorenschutz und Schiedsgerichte (ISDS), die viele Handelsabkommen beinhalten, geschrieben habe. Das hat die Debatte in Deutschland beflügelt. Inzwischen will sogar die EU-Kommission das System reformieren.
Sehen Konzerne ihr Geschäft bedroht, verklagen sie Regierungen vor einem geheimnisvollen Gremium – etwa Vattenfall die deutsche. Welches Gericht tagt da im Verborgenen?
Von Petra Pinzler, Wolfgang Uchatius und Kerstin Kohlenberg
Die Energiewende ist Deutschlands Vorzeigeprojekt. Sie wird jetzt weltweit nachgeahmt und weiterentwickelt. Stoppt das deutsche Vorbild den Klimawandel?
Die Finanzkrise hat deutlich gezeigt, wie wackelig unser Wohlstandsmodell ist. Es wäre gut, statt über Wachstum über Lebensqualität zu diskutieren. Von Petra Pinzler
Der FDP-Fraktionschef bezeichnet den 2013 von seiner Partei mitbeschlossenen Atomausstieg als Fehler. Und fordert, die Kernfusion als Energieoption offenzuhalten.
Robert Habeck wollte die Entscheidung über die AKW entpolitisieren – das ist schiefgegangen. Es geht noch immer um Ideologie, Geld, Angst und Deutungshoheit.
Statt wie andere öffentlich den Streit zu suchen, lässt sich der Wirtschaftsminister von den Koalitionspartnern ausmanövrieren. Robert Habeck geht ein hohes Risiko ein.
Die größte Naturkatastrophe in der Geschichte Pakistans ist menschengemacht: Ein Drittel des Landes steht unter Wasser. Nun stellt sich die Frage, wer zahlt.
Von Anant Agarwala,
Zofeen Ebrahim,
Christiane Grefe u. a.
Der neue Report des Club of Rome macht Angst – und Hoffnung. Bildung für Frauen, weniger Ungleichheit, besseres Essen: Sozialer Wandel kann der Nachhaltigkeit dienen.
Nach umfassender Kritik will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Gasumlage reformieren. Sie wird an Bedingungen geknüpft, wie die ZEIT exklusiv erfuhr.
Von Robert Pausch, Petra Pinzler und Mark Schieritz
Sechs Monate nach Kriegsbeginn hat die Suche nach Alternativen zu Russlands Energie einen fossilen Goldrausch ausgelöst. Sehr zum Schaden von Klima und Natur.
Von Andrea Böhm, Thomas Fischermann und Petra Pinzler
Statt über Wohlstand und Freiheit streitet Deutschland bloß über Masken im Regierungsflieger. Sind das in der öffentlichen Debatte noch die richtigen Prioritäten?
Deutschland will das CETA-Handelsabkommen mit Kanada klimafreundlicher machen – und Kanada ist einverstanden. Aber ausgerechnet die EU blockiert. Wie kann das sein?
Die Bemühungen der Bundesregierung, in Kanada mehr Gas zu besorgen, werden so schnell keinen Erfolg haben. Sie könnten allerdings zu einem neuen Problem führen.
Die Ängstlichen und Jammernden – und eine allzuständige Regierung: Das scheint für den Kanzler das Land zu sein. Dabei muss er die Starken und Solidarischen adressieren.
Viele Menschen blenden die Klimakrise aus, damit sie ihr Verhalten nicht ändern müssen. Doch der Klimaschutz lässt sich nicht verschieben. Müssen wir alle auf die Couch?
Jeder für sich, befand einst die Regierung Merkel beim Thema Energie. Nun ist Deutschland darauf angewiesen, dass alle EU-Länder Gas sparen. Darf es Hilfe erwarten?
Von Matthias Krupa,
Ulrich Ladurner,
Jörg Lau u. a.
Öffentliche Gebäude nachts nicht mehr anzustrahlen ist in diesen Zeiten ein politisches Symbol – und zeigt, dass wir es mit dem Gassparen ernst meinen.
Das Poltern des bayerischen Ministerpräsidenten ist erbärmlich. Statt längere Laufzeiten für AKW zu fordern, sollte Söder sein energiepolitisches Versagen einräumen.
Waldbrände, Dürren, Hitzetote: Der Klimawandel schreitet immer schneller voran, auch wenn die Menschen ihn verdrängen. Ist es Zeit für zivilen Widerstand?
Statt endlich die Gesetze zu befolgen und wirksame Klimapolitik zu machen, blockiert die FDP und vollführt Ablenkungsmanöver. Leider spielen viele Medien dabei mit.
Bisher lebten Schweinswale gerne im Jadebusen vor der Küste Niedersachsens. Dann kam der grüne Wirtschaftsminister mit seinen Plänen für Flüssiggasterminals.
Die Regierung versucht, den Zusammenbruch der Energieversorgung zu verhindern: Ein Gesetz soll staatliche Eingriffe in den Gasmarkt legitimieren. Was es bewirken soll
Überall nur Sieger? Der Umweltrat in Brüssel wollte es allen Beteiligten recht machen. Trotzdem ist das Aus für den Verbrenner ein politischer Erfolg – mit Abstrichen.
Ein Ende der russischen Gas-Lieferungen könnte einen völlig anderen Politikmodus erzwingen – und tiefe Eingriffe des Staates. Folgt auf den Krieg die Kriegswirtschaft?
Ausgerechnet Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen will angesichts der Gaskrise die Kohlemeiler wieder laufen lassen. Das tut weh. Und ist trotzdem richtig.
Klo kaputt, Hublift defekt, Schaffner nicht da. Im Sommer 2022 ist das Bahnfahren für Menschen mit Behinderungen nicht besser, sondern noch schwieriger geworden.
Um unabhängig von russischem Gas zu werden, braucht Deutschland LNG-Terminals – notfalls auch zulasten der Natur, sagt der grüne Energieminister. Doch das stimmt nicht.
Die Bundesregierung will kein russisches Öl mehr importieren. Folgt bald auch das Gasembargo? Bei der Kohle war die Sache recht einfach, beim Öl wird es komplizierter.
Der Bundeskanzler könnte durch ein Ölembargo schnell ein Zeichen gegen den russischen Angriffskrieg setzten. Das Verfahren wäre ziemlich wild – aber so sind die Zeiten.
FDP-Fraktion, Bayern, NRW – und Bundeskanzler Scholz: Das sind die Hürden, die die Energiewende von Wirtschaftsminister Robert Habeck in den nächsten Wochen nehmen muss.
Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie angewiesen Deutschland auf autoritäre Staaten ist. Alle Rohstoffe aus Demokratien zu beziehen, ist unmöglich. Doch es gibt Auswege.
Von Petra Pinzler, Anna Sauerbrey und Mark Schieritz
Mitten in der Energiekrise soll in Berlin die teuerste Autobahn des Landes weitergebaut werden. Und das auch noch gegen den Willen der Stadt. Hallo, geht es noch?
Bundeswehr, Schuldenbremse, Klimapolitik: Nach der Ausrufung der Zeitenwende schwankt die Ampel zwischen Kriegsangst und Regierungsgestänker. Erste Risse werden deutlich.
Von Peter Dausend,
Tina Hildebrandt,
Paul Middelhoff u. a.
Deutschland will so schnell wie möglich ohne Öl und Gas aus Russland auskommen. Kann die Regierung schnell Ersatz schaffen, auch wenn nichts mehr aus den Pipelines kommt?
Die mitgereisten Dax-Chefs schwärmen von Wirtschaftsminister Robert Habeck, der in der Autokratie Katar Energie kauft. Der Grüne sägt an den Grundpfeilern seiner Partei.
Heizung runterdrehen, weniger Auto fahren: Sind das sinnvolle Beiträge gegen Putins Krieg? Jana Hensel hält das für Symbolhandlungen. Petra Pinzler meint: Es wirkt.
Wer jetzt pauschal das Tanken subventioniert, der heizt die Preisspirale weiter an. Am Ende könnte es sogar das eigentliche Ziel, Bürger zu entlasten, ad absurdum führen.
Die Ukraine fordert, dass der Westen den Druck auf Moskau erhöht. Rüstungshilfe? Flugverbotszone? Welche militärischen und ökonomischen Mittel jetzt sinnvoll sind.
Deutschland und Europa brauchen einen neuen Sicherheitsbegriff. Dieser sollte nicht nur mit Waffen zu tun haben – sondern auch mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien.
Als erster Vertreter der Bundesregierung seit Kriegsausbruch in Europa trifft der Wirtschaftsminister auf Wohlwollen in Washington. Und treibt grüne Ziele voran.
Robert Habeck stellt sich als deutscher Wirtschaftsminister in den USA vor. Das Wissen, dass erneuerbare Energien nun ein Teil der Sicherheitspolitik sind, nimmt er mit.
Deutschland hat es schon, nun soll in der gesamten EU ein Lieferkettengesetz gelten, das deutlich strenger wäre. Wenn es nicht noch von der Wirtschaft aufgeweicht wird.
Als junge Bundestagsabgeordnete umarmte Steffi Lemke Bäume – heute will sie dafür sorgen, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht. Die Umweltministerin im Interview
Aktivisten, die Straßen blockieren, um vor der Klimakrise zu warnen, können ganz schön nerven. Man kann über ihre Mittel diskutieren – sollte sie aber nicht verurteilen.
Warum hält Deutschland an Nord Stream 2 fest? Wie sich Politiker von Wladimir Putin und russischem Gas verführen ließen – und so das Land erpressbar machten.
Von Peter Dausend,
Anne Hähnig,
Martin Machowecz u. a.