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Allmende neu verstanden

Aktion “Stadternte” - Wanka: Obst wächst vor der Haustür

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ist auf die Leiter gestiegen. Im Rahmen des BMBF-Wissenschaftsjahrs “Zukunftsstadt 2015” erntete sie Kirschpflaumen und Mirabellen. Am Berliner Stadtrand macht sie damit darauf aufmerksam, dass es auf öffentlichen Grünflächen Köstliches zu entdecken gibt.

Startschuss für die Aktion 'Stadternte' - Foto © BMBF_Rickel Güter der Allmende ernten: Bundesministerin Wanka gab den Startschuss für die Aktion “Stadternte”.
Foto © BMBF_Rickel

Die Früchte, die öffentliche Obstbäume und –sträucher hergeben, kann man getrost auch mit nach Hause nehmen. Auch Kräuter und Gemüse auf Freiflächen warten darauf, entdeckt zu werden. Zudem tut man damit noch etwas Gutes - für sich selbst und die Umwelt.

“Wir wollen dazu anregen, Obst auf Flächen, die Gemeingut sind, zu nutzen”, sagte Wanka. Sie war dafür nach Britz in den Berliner Süden gekommen, wo auf dem alten Bundesgartenschau-Gelände von 1985 Pflaumen, Mirabellen, Äpfel und Brombeeren verwildern.

Die Wissenschaftsjahre sind eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und von “Wissenschaft im Dialog”. Seit 2000 fördern die Wissenschaftsjahre den Austausch zwischen Öffentlichkeit und Forschung. Das Wissenschaftsjahr 2015 mit dem Thema “Zukunftsstadt” beschäftigt sich mit den ökologischen und sozialen Herausforderungen an die Stadtentwicklung. Für das Wissenschaftsjahr 2015 stehen insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung. Für Forschungsprojekte stellt des Bundesforschungsministeirum in den kommenden Jahren 150 Millionen Euro bereit.

Mit “Mundraub.org” Obstbaumalleen finden

Dafür hat sich das Ministerium mit den Machern der Internetplattform “Mundraub” zusammengetan. Mundraub-Gründer Kai Gildhorn hatte vor sechs Jahren die Idee, auf einer Plattform zu erfassen, wo Obst, Gemüse oder Kräuter im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Jeder kann in seiner Nähe die Güter Allmende – so hieß es früher, wenn man Dinge gemeinschaftlich nutzte – ernten.

Und jeder kann auch eintragen, wenn er neue Plätze zur gemeinschaftlichen Ernte gefunden hat. Auf der Plattform ist kartiert, an welcher Allee Kirschbäume oder Holunder stehen. Mundraub veranstaltet darüber hinaus Erntelager oder geführte Radtouren zu besonders ergiebigen Obstplätzen. Natürlich machen die Initiatoren darauf aufmerksam, dass es immer gilt, die Eigentumsrechte zu respektieren.

Grenzwerte von Kadmium und Blei nicht überschritten

Aber kann man Obst, das an befahrenen Straßen wächst, guten Gewissens verzehren? Um das herauszufinden, hat das BMBF das Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin mit ins Boot geholt. Mitarbeiterin Ina Säumel gibt Entwarnung: “Wir haben keine Probe gefunden, wo die Grenzwerte von Blei und Kadmium überschritten wurden. Natürlich gilt wie für jedes Obst, dass es vor dem Essen gut gewaschen werden sollte.”

Gekauftes Obst fährt durch Europa

Den Vergleich muss sich auch das im Laden gekaufte Obst gefallen lassen: Meist ist es viele Kilometer in Lastwagen durch Europa gefahren oder sogar um die Welt geflogen. Es wächst in der Regel in Monokulturen auf, die oftmals mit Schädlingsbekämpfungsmitteln belastet sind.

Bei den 67,3 Kilogramm Obst, die pro Kopf pro Jahr in Deutschland gegessen werden, ist die Obstversorgung vor der Haustür eine gute Alternative. Streuobstwiesen sind nahezu vollkommen pestizid- und mineraldüngerfrei. Zudem können auf ihnen viele Arten von Käfern, Wespen,Vögeln und anderen Lebewesen geschützt leben.

->Quelle: bundesregierung.de

Naomi Kleins Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima

Die Kohle muss im Boden bleiben. Eine Rezension von Uwe Dörwald, schwarz-auf-weiss.org

Am 07.08.2015 veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters unter dem Titel „The reality of global warming: We’re all frogs in a pot of slowly boiling water“ einen Beitrag zum Thema Klimawandel . Darin finden sich Fakten wie zum Beispiel die bis jetzt messbare Erwärmung, der langfristige Trend der Temperaturentwicklung an Land und über dem Wasser sowie eine Statistik über die wärmsten Jahre seit 1880. Roz Pidcock stellte in seinem Beitrag fest „it’s clear that as temperature rises, so do the risks“ und er kommt zu dem Schluss: „The science is solid enough that whatever we choose, we can’t tell future generations that we didn’t know the risks (of global warming).“

In der gleichen Woche, in der Reuters seinen Artikel publizierte, war der Autor dieser Kritik am Rhône-Gletscher und hat sich mit eigenen Augen angeschaut, was der Klimawandel bedeutet.


Schwund der Zunge des Rhonegletschers: Die Gletscherstirn, die um 1900 noch den Talboden hinter der Ortschaft Gletsch erreichte, schmolz bis 2008 so weit ab, dass man von diesem Standort aus kaum mehr Eis erkennen konnte. - Swisseduc.ch/glaciers online lässt auf seiner Seite die beiden Fotos zur Deckung kommen.

Irreversible Kippschalter

Sieht man das Schmelzen des Gletschers und auch vieler anderer Gletscher, bleibt man einigermaßen traurig, aber auch ein wenig zornig zurück: Traurig über den Verlust eines erhabenen Teils der Natur, zornig über den Schlaf der politischen Entscheidungsträger, die viel zu wenig gegen den Klimawandel tun. Die Auswirkungen des Klimawandels sind sichtbar und signifikant. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ist die fundierte wissenschaftliche Erkenntnis, dass es im Klima- wie im Ökosystem Kipp-Punkte gibt, hinter die man nicht mehr zurück kann, wenn sie einmal überschritten sind1.
Das macht die Differenz zu anderen Krisen aus. Ein Weg zurück ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr möglich. weiterlesen

Appell des Dalai Lama an die Welt

…anlässlich seines 80. Geburtstags: „Ethik ist wichtiger als Religion“

Franz Alt interviewt geistliches Oberhaupt der Tibeter - kostenlos als eBook in 8 Weltsprachen - seit Wochen Nr. der Spiegel-Bestseller-Liste - Dalia Lama, Alt und Verlag spenden Erlös

Dalai-Lama-Ethik-wichtiger-als-Religion - TitelIn seinem Appell an die Welt entwirft der Dalai Lama eine neue säkulare Ethik als Basis für ein friedliches Jahrhundert. Nicht Religionen werden die Antwort geben, sondern die Verwurzlung des Menschen in einer Unterschiede überwindenden Ethik. Ein herausfordernder, mutmachender Text eines bescheidenden wie bedeutenden Mannes unserer Zeit.

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, feierte am 06.07.2015 seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass erschien am 01.06.2015 ein Gespräch zwischen dem populären Friedensnobelpreisträger und dem Fernsehjournalisten und Bestsellerautor Franz Alt in Buchform. Unter dem Titel „Der Appell des Dalai Lama an die Welt“ wirbt dieser für ein weltumspannendes und religionsübergreifendes Bekenntnis zur Ethik und erklärt: „Ethik ist wichtiger als Religion“.

Franz Alt - Foto © Caren Alt_Sonnenseite.de„Dieser zunächst kurze und prägnante Leitsatz hat ein gewaltiges Potenzial, denn er birgt neben der spirituellen Komponente auch politische, wissenschaftliche und soziale Elemente und inspiriert zu einem grundlegenden Diskurs über den Stellenwert der Weltreligionen,“ erklärt Franz Alt, der seit Jahrzehnten mit dem Dalai Lama befreundet ist.

In dem Buch geht der Dalai Lama sogar noch einen Schritt weiter: „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen,“ so der Dalai Lama. weiterlesen

13. August 2015: Earth Overshoot Day

Alarmierend: Sechs Tage früher als 2014

“Ab Donnerstag [13.08.2015] sind die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, welche die Erde 2015 regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Ab dann muss die Menschheit bis Jahresende bei der Natur einen ‘Kredit aufnehmen’ – und das schon zum dreißigsten Mal in Folge”, teilt der WWF mit. Ein Parameter für diesen Kredit ist der „Earth Overshoot Day“ (EOD), jährlich berechnet vom footprintnetwork.

earthovershootday_hochformat_web-600x75723 Jahre nach der UNCED (United Nations Conference on Environment and Development; 1992) in Rio de Janeiro überschreitet der Ressourcenverbrauch von Jahr zu Jahr schneller die globale Kapazität. Der WWF nennt ihn den “Welterschöpfungstag”. Heute - am 13.08.2015 - ist er erneut eingetreten, sechs Tage früher als 2014. Die restlichen viereinhalb Monate dieses Jahres lebt die Menschheit damit “auf Pump”. Jahr für Jahr tritt dieser Welterschöpfungstag früher ein. weiterlesen

Post 2015-Agenda der UN verabschiedet

Staatengemeinschaft setzt sich neue Ziele bei Armut und Umweltschutz - Hendricks: “Historische Entscheidung!”

Eine Mitteilung aus dem BUMB: Die Weltgemeinschaft hat sich mit der Post 2015-Agenda erstmals eine umfassende Agenda für Nachhaltige Entwicklung gesetzt. Sie wurde am am 02.08.2015 nach einer zwölftägigen Verhandlungsphase per Akklamation von allen UN-Mitgliedsstaaten angenommen. Der erfolgreiche Ausgang der Verhandlungen bildet die Grundlage für den UNO-Nachhaltigkeitsgipfel aller Staats- und Regierungschefs in diesem September, bei dem die Agenda abschließend verabschiedet wird. Die Entscheidung verschafft auch der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember eine gute Ausgangslage.

Barbara Hendricks bei Amtsübernahme - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftBundesumweltministerin Barbara Hendricks: “Die Entscheidung über die Nachhaltigkeitsagenda der UN ist historisch. Erstmals verbindet die Weltgemeinschaft systematisch die Bekämpfung von Armut mit der Bewahrung unseres Planeten. Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zur 2030-Agenda bringt erfreulichen Rückenwind für den globalen Umweltschutz, und kann weltweit für bessere Sozialstandards und für ein wesentlich umweltverträglicheres Wirtschaften sorgen. Die im Verhandlungsergebnis enthaltenen Nachhaltigkeitsziele werden die dringend erforderlichen Transformation zu einer nachhaltigen, klima- und umweltverträglichen Entwicklung kräftig voranbringen.”

Die Agenda mit dem Titel “Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development” liefert erstmals einen weltweit gültigen Umsetzungsplan. Darin einigten sich alle Mitglieder der Vereinten Nationen auf 17 konkrete Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, zur Armutsbekämpfung, zu sozialen Fragen und zum Umweltschutz. Diese erarbeiteten mehrere Gremien der UNO innerhalb der vergangenen drei Jahre, allen voran die offenen Arbeitsgruppen zu den so genannten Sustainable Development Goals (SDG), die die Kernelemente der Agenda bilden. Sie ersetzen die bisherigen Millennium-Entwicklungsziele und sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden.

Natur setzt sich durch - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20110409Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die im September 2015 beim UNO?Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet werden soll, wird die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen. Mit den überwiegend auf 2030 ausgestellten Zielen soll die überfällige Transformation der Volkswirtschaften in Richtung einer deutlich nachhaltigeren Entwicklung weltweit kräftig vorangetrieben werden. Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Armut, Hunger und ein mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbundenes Wirtschaften zeigen, dass weltweit umgesteuert werden muss.
Die 2030-Agenda soll die globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig gestalten und so auch für kommende Generationen die Chance auf ein erfülltes Leben sichern. In einem mehr als dreijährigen internationalen Vorbereitungsprozess wurde eine global ausgerichtete und auf alle Länder universell anwendbare Agenda mit anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen erarbeitet. Das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungsministerium haben sich darin gemeinsam mit der gesamten Bundesregierung für eine ambitionierte 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung eingesetzt, die den staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit global und national vorantreibt.

Deutschland hatte in den Verhandlungen besonders den Zielkatalog, den Überprüfungsmechanismus und die Präambel proaktiv gestaltet. Staatsekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die an den Verhandlungen teilnahm: “Die Staatengemeinschaft hat ein klares Signal zur Unterstützung für die neue Nachhaltigkeitsagenda gesetzt. Jetzt geht es darum, sie umzusetzen und mit Leben zu füllen.”

->Quellen und mehr:

  • solarify.eu/un-agenda-fur-nachhaltige-entwicklung
  • bmub.bund.de
  • Post 2015-Agenda
  • UN-Klimakonferenzen
  • Transformative Ziele für eine nachhaltigere Entwicklung
  • Globale Partnerschaft für eine transformative Agenda
  • Der Weg zum UNO-Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen
  • Deutscher Beitrag
  • Hintergrund

Berlins Regierender Müller schlägt Interview-Einladung aus

Thema Divestment

wo-ist-der-buergermeister-1-landwehr - Foto © fossilfreeberlin.orgEnde Juli hat Fossil Free Berlin gemeinsam mit Werner Landwehr, Regionalleiter der GLS Bank Berlin, Bürgermeister Michael Müller zum Gespräch über Divestment eingeladen. Der Bürgermeister habe “sich entschieden, die Einladung auszuschlagen. Stattdessen haben wir mit Herrn Landwehr über Berlins Beteiligung an klimaschädlichen Unternehmen und den weltweiten Trend zu Divestment gesprochen. Und der Bürgermeister hat für diese Woche eine weitere Einladung bekommen…” weiterlesen

“Zivilgesellschaft beteiligen. Perspektiven einer integrativen Forschungs- und Innovationspolitik”

Forschungswende logoDie Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende hat unter dem Titel “Zivilgesellschaft beteiligen. Perspektiven einer integrativen Forschungs- und Innovationspolitik ” ein Working Paper veröffentlicht, das einen Einblick in die Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen auf Forschung und Innovation gibt. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse aus europäischen Forschungsprojekten zu Partizipation in Forschung und Innovation ergänzen die Darstellung.

Endliche Ressourcen und der drängende Zeithorizont für eine Trendwende in der Erderwärmung erfordern innovative Forschungsansätze ebenso wie eine Beschleunigung der Umsetzung von technologischen wie sozialen Innovationen. Dies kann nur mit mehr Partizipation aller gesellschaftlichen Kräfte gelingen. Diesen Prozess zu gestalten ist eine Herausforderung, die von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in neuen Netzwerken und auf unbekannten Pfaden gestaltet werden muss. Zivilgesellschaftliche Akteure sind hier wichtige Partner, die sich auf den (manchmal steinigen und unbequemen) Weg gemacht haben, um sich in die Diskussion über unsere gemeinsame Zukunft einzubringen.

In dem Working Paper, das im Rahmen eines BMUB/UBA Verbändeförderprojektes geschrieben wurde, stellt die Forschungswende lösungsorientierte Handlungsansätze dar, um Partizipation der zivilgesellschaftlichen Akteure wirkungsorientiert zu gestalten. Der EÖR-Blog zitiert die Zusammenfassung. weiterlesen

Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft

Green Alley Award 2015 fördert innovative Recycling-Ideen

Bis zum 15. September können sich europäische Start-ups für den Green Alley Award, Europas einzigen Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft, bewerben. Gesucht werden die besten Geschäftsideen rund um Abfall, Ressourcenschonung und Recycling. Ausgerichtet wird der Gründerwettbewerb seit 2014 von dem Green Economy Investor Green Alley zusammen mit Deutschlands größter Crowdfunding-Plattform Seedmatch. Dem Gewinner winkt ein Paket aus Geld- und Sachleistungen im Wert von bis zu 20.000 Euro inklusive mietfreier Bürofläche in den Berliner Osram-Höfen und jede Menge Gelegenheiten zum Netzwerken in der Gründerszene Europas. Mehr Infos zum Wettbewerb unter www.green-alley-award.com.

Green Alley Award

2014: Drei Start-ups der Green Economy mit dem Green Alley Award ausgezeichnet - Mehrweg-Versandverpackungen, Schnäppchen-App für Lebensmittel und veganer Biodünger

Finnische Designer, Kölner Medienwissenschaftler und Berliner Agraringenieurinnen gewinnen den ersten deutschen Gründerwettbewerb rund um das Thema Abfall

Berlin, 30. September 2014. Drei Start-ups der Green Economy wurden heute in Berlin beim Finale des Gründerwettbewerbs „InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht“ für ihre Geschäftsideen mit dem Green Alley Award ausgezeichnet. Der Preis wurde vom Berliner Gründernetzwerk Green Alley und der Crowdfunding Plattform Seedmatch im Frühjahr 2014 initiiert. Damit sollen junge Gründer gefördert werden, die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen.

Für das Finale wurden sieben Gründerteams aus 70 Bewerbern ausgewählt, die heute in jeweils drei Minuten ihre Geschäftsmodelle einer Jury präsentiert haben. Die drei Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space nebeneinander und miteinander an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten.

RePack
Die finnischen Designer von RePack haben ein Mehrwegsystem für den Online-Handel entwickelt, mit dem die wiederverwendbaren Verpackungen bequem vom Verbraucher zurückgeschickt werden können. Als Anreiz erhält der Kunde einen Warengutschein, den er bei seinem Einkauf im Online-Store einlösen kann. Jurymitglied, Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch war begeistert von der Idee: „Dies ist eine absolut überfällige Innovation. Der Online-Handel boomt, dementsprechend wächst auch die Menge an Verpackungsmaterial. Das Gründerteam aus Finnland bringt eine Lösung für ein internationales Problem nach Berlin.“ Von Textilien bis hin zu Möbeln können verschiedenste Produkte in den wiederverwendbaren Verpackungen von RePack versandt werden.

FoodLoop
Die Motivation von FoodLoop Gründer Christoph Müller-Dechent war es, die tägliche Lebensmittelverschwendung in Supermärkten zu reduzieren. Laut Foodloop werden jeden Tag pro Supermarktfiliale zwei volle Einkaufswagen voller Lebensmittel weggeworfen, die noch Monate haltbar wären. Das erst im April 2014 gegründete Start-up hat eine App entwickelt, mit der Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums vom Handel preisreduziert angeboten und vom Verbraucher ausfindig gemacht werden können. Laut Jury ist die App eine einfache Idee mit großer Wirkung.

GreenLab Berlin
Am aktuellen Bio- und Vegan-Trend setzen die zwei Agrarwissenschaftlerinnen von GreenLab Berlin mit ihrem biologischen Dünger aus Lebensmittelabfällen an, den sie aus Kakaoschalen der Bio-Schokoladenproduktion entwickeln. Mit seinem Dünger, der nach Schokolade duftet, will das Team zeigen, dass biologische Kleingärtner keine Spießer sind, sondern neue Maßstäbe beim Urban Gardening setzen. Die Jury überzeugten sie durch das clevere Geschäftskonzept und durch ihren souveränen Umgang mit den kritischen Fragen zu Finanzierung, Wettbewerbern und Alleinstellungsmerkmalen. Laut GreenLab Berlin ist das Produkt der erste und einzige vegane Dünger, der derzeit im Handel erhältlich ist.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für den Green Alley Award waren der Beitrag der Geschäftsideen zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf sowie der Mehrwert für die Gesellschaft und den Verbraucher. „Fachliches Know-how und eine gute Idee allein reichen nicht aus. Daher haben wir bei unserer Auswahl auch auf die Motivation sowie die Präsentations- und Begeisterungsfähigkeit der Gründer geachtet. Wer erfolgreich im Markt bestehen will, muss uneingeschränkt von seiner Idee überzeugt sein und das auch vermitteln können“, sagt Jan Patrick Schulz, Geschäftsführer Green Alley GmbH bei der Preisverleihung.

Über Green Alley:
Green Alley ist die Anlaufstelle für Gründer der Green Economy mit Sitz in Berlin. Das Gründerzentrum bringt Start-ups, Innovatoren und junge Unternehmen unter einem Dach zusammen und unterstützt sie mit Gründungskapital, Know-how und Dienstleistungen, um ihre grünen Geschäftsmodelle erfolgreich am Markt zu etablieren.

Die Green Alley Investment GmbH ist eine 100%-igeTochter des Umwelt- und Entsorgungsspezialisten Landbell AG. Das Mainzer Unternehmen betreibt ein System zur Erfassung und Verwertung von Verkaufsverpackungen und bietet langjährig erprobte Branchenlösungen. Die Rücknahme und Entsorgung von Elektroschrott, ein Pfandsystem für das Recycling von Einweg-Getränkeverpackungen, sowie Angebote für Industrieentsorgung, Transportverpackungen und das Gesamtdienstleistungspaket runden das umfassende Portfolio von Landbell ab.

Über Seedmatch
Seedmatch ist die erste und größte Crowdfunding-Plattform für Start-ups in Deutschland. Crowdfunding für Startups ist ein Finanzierungsmodell für Risikokapital, bei dem eine Vielzahl von Privatpersonen bereits ab 250 Euro online in junge Unternehmen investieren. Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 68 Finanzierungsrunden erfolgreich durchgeführt und über 19 Millionen Euro für Start-ups zusammengetragen. Seedmatch ist immer auf der Suche nach spannenden, zukunftsweisenden Unternehmen mit Kapitalbedarf.

->Quelle: dwr-eco.com

Campact korrigiert Griechenland-Klischees

“Selber schuld?”

blog_campact_logo_340x105Die Griechenland-Krise bewegt ganz Europa – und auch das Campact-Team. Was die Cammpaigner dabei besonders wurmt: Die Medien berichten einseitig über die Krise. Wie im Groschenroman sind Gut und Böse klar verteilt – und die Griechen schnell zum Sündenbock gemacht.

In diesem Meinungsklima mit Kampagnen für ein solidarisches Europa zu streiten, ist unglaublich schwierig. Deswegen lässt Campact im folgenden Video fünf Expert/innen mit Argumenten zu Wort kommen, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind.

Europa ist am vergangenen Wochenende knapp einem Desaster entgangen: Ein Grexit hätte die humanitäre Krise in Griechenland massiv verschärft – und dem Projekt Europa schweren Schaden zugefügt. Und auch mit einem neuen Sparprogramm und den Verhandlungen über ein drittes Kreditpaket ist die Krise noch lange nicht beendet. Sie wird uns auch in den kommenden Monaten stark beschäftigen.

Deswegen ist es auch nicht egal, wie in den Medien derzeit Schuld und Verantwortung verteilt werden. Nach wie vor dominiert ein einfaches Bild: Auf der einen Seite die eiserne Angela Merkel mit ihrem knallharten Unterhändler Wolfgang Schäuble, die das Geld der deutschen Steuerzahler/innen gegen die prassenden Griechen verteidigt. Auf der anderen eine linksradikale Regierung, die Europa monatelang an der Nase herumführt und alles Vertrauen verspielt hat. weiterlesen

CDU-Kommission “Nachhaltig leben - Lebensqualität bewahren” legt Bericht vor

Mensch und Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt

cdu logoDer CDU-Bundesvorstand hat auf der Klausurtagung im Februar 2014 in Erfurt beschlossen, drei Kommissionen einzusetzen, die die Parteiarbeit inhaltlich und programmatisch weiterentwickeln sollen. Diese Kommissionen sollen sich mit zentralen Politikfeldern wie der Zukunft der Arbeit, dem Zusammenhalt der Gesellschaft und einem nachhaltigen Leben beschäftigen. Geleitet wurden die Kommissionen durch die stellvertretenden CDU-Vorsitzenden.

CIMG7361Die Kommission Nachhaltig leben - Lebensqualität bewahren: Die CDU will auch für die Zukunft die Weichen für eine hohe Lebensqualität und ein nachhaltiges Leben stellen. Die Kommission leitete die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. Jetzt haben die Mitglieder abschließendihren Bericht beraten. Der Bericht stellt den Menschen und die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt des Handelns.

Der CDU-Bundesvorstand wird ihn im September 2015 behandeln und zu einem Antrag an den nächsten Parteitag der CDU Deutschlands im Dezember 2015 weiterentwickeln.

EÖR-Blog dokumentiert…

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